Mehr Radfahrende auf der Straße - weniger Radwege

In den letzten Wochen wurden an zahlreichen Stellen in Freiburg die Radwegschilder abgenommen und Radfahrenden die Möglichkeit eingeräumt, fortan frei zu entscheiden, ob sie den ehemals benutzungspflichtigen Radweg nutzen oder lieber auf der Straße fahren wollen. Hintergrund ist, dass es aus Gründen der Sicherheit für die Radler_innen oftmals besser ist, wenn sie gemeinsam mit dem Autoverkehr auf der Straße geführt werden. Dadurch wird beispielsweise das gefährliche Rechtsabbiegen entschärft, bei dem es immer wieder zu tragischen Unfällen kommt, weil Zweiräder übersehen werden, vor allem wenn vor Kreuzungen parallel parkende Fahrzeuge abgestellt sind, welche die Sicht blockieren.


Um solche und andere Sicherheitsrisiken durch Radwege anzugehen, begrüßen die FDP-Stadträte im Grundsatz solche Maßnahmen zu mehr Verkehrssicherheit. FDP-Stadtrat Sascha Fiek sieht aber noch weit mehr Handlungsbedarf: "Die jetzigen Maßnahmen sind gut gemeint, sorgen aber noch für viel Verwirrung, da oftmals allen Beteiligten noch unklar ist, wann denn nun wo wie gefahren werden darf oder muss. Da braucht es noch viel Aufklärung, die nicht mit ein paar neuen Schildern erledigt ist. Hinzu kommt, dass Fahrbahnen oftmals zu eng ausgeführt sind, als dass Autofahrende und Radfahrende stressfrei und ohne gegenseitige Behinderung oder Gefährdung aneinander vorbeikommen. Wir werden nicht umhin kommen, die Fahrbahnen beispielsweise durch Einbeziehung der ehemaligen Radwege so breit auszubauen, dass sich alle Verkehrsträger dort gefahrlos bewegen können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Radverkehr mengenmäßig weiter wachsen wird, dieser durch die steigende Zahl an E-Bikes schneller wird und auch immer häufiger breite Zweiräder (z.B. Lastenräder oder solche mit Anhänger) unterwegs sind. Wir stehen noch ganz am Anfang eines fundamentalen Wandels der Mobilität. Dafür müssen wir unsere Infrastruktur fit machen.“

Zurück