Kostenloser ÖPNV?

ÖPNV und Infrastruktur. Denken und Handeln darf nicht an der Stadtgrenze enden.

Zur Zeit in aller Munde, ist die Frage nach einem kostenlosen Nahverkehr. Dieter Salomon spricht von einer "totalen Schnapsidee". Gleichzeitig verweist er und auch die Freiburger Verkehrs-AG darauf, dass vor einem Gratis-ÖPNV erst die Kapazitäten von Bussen und Bahnen erhöht und in die Infrastruktur investiert werden müsste. Der RVF sieht dies ähnlich. (Die BZ berichtete).

Das ist doch interessant. Man ist sich in den Amtsstuben scheinbar sicher, dass der Anreiz kostenlos zu fahren das A und O ist. Auf die Idee, dass für viele Bürger der ÖPNV keine Alternative zum Fahrzeug ist, scheint gedanklich ausgeschlossen.

Zwei Beispiele. Bevor es die Stadtbahnlinie nach Vauban gab, konnte man mit dem ÖPNV von Au/Merzhausen in 11 Minuten am Bahnhof sein. Dank der neuen Stadtbahnlinie braucht man nun von Au/Merzhausen zirka 23 Minuten. Von Ehrenstetten braucht man mit dem ÖPNV fast eine Stunde zum Bertoldsbrunnen. Trotz Stau ist man mit den Fahrzeug deutlich schneller. Kein wirklicher Anreiz, auf den ÖPNV umzusteigen. Wie so oft, hört auch hier die Stadtplanung an der Stadtgrenze auf.

Um den Verkehrskollaps in Freiburg Einhalt zu gebieten, braucht man kein kostenlosen Nahverkehr, sondern eine sinnvolle Planung, die über Stadtgrenzen hinaus geht und die Umlandgemeinden mit einbezieht.

Die FDP-Stadträte fordern die Stadtverwaltung auf, den Blick über den Tellerrand (Verzeihung „Stadtrand“) zu wagen und sich gemeinsam mit den Umlandgemeinden an einen Tisch zu setzen, um vernünftige Alternativen zum Pendlerverkehr und zum drohenden Verkehrskollaps zu schaffen.

HINWEIS: Der nächste Liberale-Kulturstammtisch findet am 6. Mai 2018 von 11-12:30 Uhr im Hotel Central statt. Thema: „Chancen der Kultur nach der OB-Wahl“

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